So ticken deine Muskeln

So ticken deine Muskeln

Klar, wenn man in die Mucki-Bude rennt, verbesserte sich die Figur. Man wird athletischer. Der eine mehr der andere weniger. Aber wie wachsen deine Muskeln ganz genau?

Du gehst in dein Studio
Aber beginnen wir doch einmal ganz am Anfang deines Trainings. Du betrittst den Trainingsraum und absolvierst ein leichtes Aufwärmtraining. Deine Herzfrequenz steigt leicht an und dadurch gelangt mehr Blut in den Muskel, der dadurch aufgewärmt wird und etwas dicker wird.

Die erste Wiederholung
Nun beginnst du mit der ersten richtigen Wiederholung. Dein Herz pumpt nun auch mehr Blut in die Schutzschicht um die Muskelfasern herum. Jede Muskelfaser wird nun besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.

Vorher wurde bereits dein Nervensystem aktiviert, das Gewicht soll schließlich bewegt werden. Dazu gibt das zentrale Nervensystem den entsprechenden Befehl an deine Nerven weiter, die in der Schutzschicht um den Muskel herum sitzen. Die Muskeln kontrahieren sich nun und du beginnst die Übung auszuführen. Dies geschieht nun, je nach Übung, bei allen betroffenen Muskeln der Reihe nach oder auch gleichzeitig oder zeitlich versetzt. Je nach Übung.

Übrigens, dass Nervensystem lernt sehr schnell und umso öfter du die Übung ausführst umso effektiver arbeiten deine Nerven. Die Folge ist dann, dass dadurch bedingt mehr Wiederholungen und mehr Gewicht möglich sind. Das ist auch genau der Punkt, bei dem Anfänger gerade am Anfang, die größten Fortschritte machen.

Chemische Prozesse in deinen Muskeln
In deinen Muskel geht es nun zu wie in einem Chemielabor, dein Körper nutzt nun das gespeicherte ATP (Adenosintriphosphat) für die Muskelkontraktion (vereinfacht erklärt). Von dem ATP wird ein chemischer Baustein abgebaut um Energie für dein Training bereitzustellen. Hierfür baut dein Körper nun ATP aus Kreatin, Phosphat und Glykogen-Reserven ab.

Tipp:Du kannst deine Trainingsleistung übrigens mit speziellen Creatin Nahrungsergänzungendeutlich steigern und so schneller Muskeln aufbauen.

Bei diesem Prozess entsteht übrigens auch als Nebenprodukt Milchsäure, die du dann als Schmerz (Muskelkater) gegen Ende eines schweren und langen Satzes zur Kenntnis nehmen wirst.

Tipp:Du kannst die Übersäuerung übrigens mit Beta Alaninganz bewusst verzögern und so noch 1-2 Wiederholungen heraus kitzeln. Die letzten Wiederholungen sind nämlich genau die, die den größten Trainingsreiz setzen.

Satzpause
Höchste Zeit für eine Pause, denn wenn sich zu viel Milchsäure in deinen Muskeln ansammelt, können deine Muskeln nicht mehr effektiv arbeiten. Während der Pause setzt nun die sauerstoffbasierte (aerobe) Energiegewinnung ein, bei der zum Teil Milchsäure wieder zu Glycogen umgewandelt wird. Und der vorher beschriebene Vorgang läuft erneut ab.

Muskelwachstum beginnt nach dem Training
Du fragst dich vielleicht, wann denn genau nun deine Muskeln wachsen. Dies geschieht nicht beim Training, sondern erst danach. Während der Regeneration beginnen nun deine Muskeln zu wachsen. Dein Körper repariert quasi kleinste Verletzungen die durch das Training in deinen Muskeln entstanden sind. Man nennt diese kleinen Verletzungen auch Mikrotraumen. Die so genannte Reparatur geschieht mit Aminosäuren. Diese Säuren bewirken dann das begehrte Muskel-Wachstum.

Tipp:Du kannst die Regeneration und damit auch dein Muskelwachstum mit dem sofortigen Verzehr von Aminosäurennach dem Training deutlich beschleunigen.

Außerdem passen sich deine Muskeln an, um demnächst mehr Glycogen für dein Training zu speichern. Der Nebeneffekt, deine Muskeln nehmen zusätzlich durch die vermehrte Speicherfähigkeit an Größe für das nächste Training zu.

Tipp:Die in den ersten 2-3 Stunden zugeführten Kohlenhydratenach dem Training speicher dein Körper am schnellsten für die kommenden Trainingseinheiten.